Europe_a_Prophecy,_copy_D,_object_1_(Bentley_1,_Erdman_i,_Keynes_i)_British_MuseumZiele und Werte der Freimaurerei leiten sich aus ihrer Entstehungsgeschichte ab. Die Gemeinschaft entstand aus den mittelalterlichen Steinmetzbruderschaften. Das Ziel der Freimaurerei liegt darin, diese Grundsätze im Alltag zu leben, um so das menschlich Gute in der Welt zu fördern. Unser Bild zeigt „Europe a Prophecy“ des Naturmystikers und Malers William Blake aus dem Jahre 1794. Es ist im Besitz des British Museum in London

Aufklärung in Zeiten der Digitalisierung

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbst verschuldet ist diese Unmün- digkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“ Immanuel Kant – Beantwortung der Frage: „Was ist Aufklärung?“, 1784

Loge und Freimaurer werden gerne in einem Atemzug genannt. Die Freimaurerei ist ein Kind der Aufklärung. Der Grundgedanke war, den Prozess der Erkenntnis von überkommenen Institutionen, Dogmen und Konventionen zu befreien – da kommt die Digitalisierung gerade recht.

Die Wellen der Digitalisierung schlagen immer noch hoch. Um nicht unterzugehen, heißt es, mitzuschwimmen. Verheißungsvoll werden die Vorteile dargestellt, begleitet von eindringlichen Appellen von Beratern und Anbietern. Dabei stellt sich nicht mehr die Frage, ob überhaupt, sondern eher wie – und welchen Nut zen es bringt.

400 Jahre Erfahrung

Betritt man die Räumlichkeiten in Dreieich bei Frank furt/Main, fällt gleich auf, dass hier anders gearbeitet wird: Das Großraumbüro ist offen, ohne störende Kleinarbeitsplätze, abgeschirmt von Trennwänden. Große Tische füllen den Raum, mobile Wände schaffen Platz für Gespräche in großem oder kleinem Rahmen. Gemeinsam an einem Strang ziehen lautet die Devise.

Zur digitalen Werkstatt gehören verschiedene Un ternehmen, DigitalLoge ist eines davon.

Die Idee scheint genial, werden doch hier fast 400 Jah-re Erfahrungen von ehemaligen IT-Executives zu einer Einheit fusioniert und zur Verfügung gestellt. Hier kennt man sich nicht nur aus mit der Technik, sondern weiß auch, wie man dieses Wissen anderen zur Verfügung stellen sollte. Mitglied in der DigitalLoge wird man nur durch Empfehlung der Mitglieder, der „trusted network members“. Voraussetzung: mindestens 20 Jahre Berufserfahrung.

Kein Wunder also, dass der Altersdurchschnitt im Bereich der Best Ager liegt – Profis mit Profil eben.

Die Loge bietet in ihrem Portfolio das volle Sortiment zur digitalen Transformation an. Dazu gehört das klassische Interimsmanagement, aber auch Recruiting, Sourcing und Innovation und Governance Services. Grundlage dafür ist das weitläufige Netzwerk, das jeder der Mitarbeitenden mitbringt. Zur Zeit zählt die Loge 20 Mitarbeitende – wenn jeder ein Netzwerk aus zehn bis 20 Interessenten vorweisen kann, kommt man schnell auf eine Zahl von 400 bis 500 Persönlichkeiten.

Die Prognose für 2019 sieht gut aus, zahlreiche Projekte sind in der Pipeline. Die Auftragslage ist dreidimensional: einmal bei den Dax-Konzernen, zweitens im gesamten Mittelstand und drittens bei den Systemanbietern selbst.

IT is life

Es geht nicht um das „Sein“, sondern um die Denk- und Arbeitsweise, die sich geändert hat. Wer in die Loge aufgenommen wird, denkt digital. Damit man nicht ständig vom Geblinke ankommender E-Mails oder Nachrichten gestört wird, gehören projektbezogene Kommunikationsplattformen zum produktiven Alltag.

Übrigens: E-Mail-Kontakt ist eher eine Seltenheit. Man arbeitet via „Slack“, einer Collaboration-Plattform im Internet, unterteilt in Channels mit eigenen Diskussionsorten für jedes Projekt, jedes Team oder jede Abteilung. Slack unterstützt die Teamarbeit konstruktiv und vermeidet E-Mail-Ping-Pong. Ideensammlungen, Termine und Vorbereitungen zu Projekten werden mit „Trello“ erledigt, einer digitalen Pinnwand.

Auch bei persönlichen X-Augen-Gesprächen setzt man auf ein Doppelpassspiel: Nach dem Erstkontakt mit einem Kunden übernimmt ein Kollege. Mit dem vorhandenen Know-how wird ebenso verfahren: „Wissensegoisten“ sind fehl am Platze, die Experten aus den unterschiedlichen Branchen, aus Handel, Baustoffe, Banken oder aus der Automobilindustrie tauschen sich bei Projekten aus.

Von HEIKE MENSINK

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