Bank Sarasin: Nur wenige deutsche Solarunternehmen überleben Marktbereinigung

Ausgerechnet das Jahr 2011 der Fukushima-Katastrophe, das den Ausstieg aus der Atomenergie in unserem Land besiegelt hat, endete mit einem Desaster für die Solarbranche. Vor kurzem hatte gerade das Berliner Fotovoltaikunternehmen Solon Insolvenz angemeldet. Es folgte das Erlangener Unternehmen Solar Millennium. Und auch bei den anderen der Branche sind Verluste an der Tagesordnung: Neben Conergy aus Hamburg schreiben das einstige Vorzeigeunternehmen Q-Cells und Phoenix Solar aus dem bayrischen Sulzemoos roten Zahlen.
Dies ist eine wahrhaft traurige Bilanz angesichts der Tatsache, dass rund 80 Milliarden Euro an Förderung für deutschen Solarstrom zwischen den Jahren 2000 und 2010 geflossen sind. Enttäuschend auch, weil gerade einmal drei Prozent des Stromsbedarfs hierzulande auf diese Weise gedeckt.
Infolge der Schuldenkrise sah sich die Bundesregierung gezwungen, die Einspeisevergütung, definiert über die Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetz, weiter zu reduzieren, was für die Anlagenbetreiber ein deutliche Verlängerung der Amortisationszeiten der Anlagen und damit gestiegene Risiken infolge potenzieller Wartungseinsätze bedeutet. Attraktiv für Neueinsteiger in dieses Segment ist nur, wenn die Hersteller mit entsprechend Preisnachlässen reagieren. Übrigens haben auch etliche andere europäische Länder wie Spanien ihre Milliardensubventionen für Sonnenstrom gekürzt. Insgesamt ist der resultierende Preisverfall dramatisch: Seit 2008 haben sich die Modulpreise halbiert, einerseits casino online verursacht durch die bereits erwähnten sinkenden Subventionen (etwa im Form des EEG) und der damit nachlassenden Nachfrage, andererseits aber auch durch den Konkurrenzdruck durch Fernost.
Richtig auf diese Marktverschiebung haben insbesondere die chinesischen Anbieter wie Suntech Power, Trina Solar oder Yingli Solar reagiert, wie die Bank Sarasin in ihrer aktuellen Nachhaltigkeitsstudie schreibt. Sarasin bescheinigt lediglich der deutschen SolarWorld eine gute Positionierung für die kommenden Jahre. Auch geht die Sarasin-Studie von einem enormen Überangebot aus: Bis Ende 2011 würden weltweit Solarmodule mit einer Leistung von 21 GW nachgefragt werden. Die Produktionskapazitäten würden aber bei rund 50 GW liegen.
Fazit: „Die deutsche Solarbranche erinnert an ein verwöhntes Kind, das von der Tante ständig Süßes zugesteckt bekommt. Es wird dick und träge“, schreibt die Süddeutsche Zeitung hierzu. Was in den vergangenen Jahren wegen sprudelnder Geldquellen versäumt wurde, muss in den kommenden Jahren unbedingt nachgeholt werden: Investition in neuen Entwicklungsmethoden und optimierten Produktionsprozessen.

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