Deutsche Maschinenbauer sehen China zunehmend anders

Der chinesische Markt hat sich verändert. Er ist reifer, wettbewerbsintensiver und preissensibler geworden. Die neue China-Studie der Unternehmensberatung Struktur Management Partner GmbH mit Sitz in Köln prognostiziert zunehmenden Wettbewerb für die deutschen Maschinenbauer im wachsenden chinesischen Binnenmarkt sowie auf globalen Märkten. Um vom Wachstum im Inlandsmarkt Chinas zu profitieren, müssen deutsche Unternehmen ihre China-Strategie und ihre Positionierung vor Ort anpassen, heißt es hierzu in einer Unternehmensmeldung. 

Chinas Maschinenbauer stellen längst nicht mehr nur billige Massenprodukte her, sondern immer mehr Qualitätserzeugnisse, die auch international eine Rolle spielen. Die gezielte staatliche Förderung und die Weiterentwicklung in Industriezweigen sorgen für konstant starken Bedarf an Maschinen und Anlagen auf dem chinesischen Binnenmarkt. Insbesondere für das mittlere Segment ist damit ein starkes Wachstum verbunden. Besonders profitieren davon die führenden chinesischen Maschinenbauer aus dem unteren Mid-Segment. Diese sind inzwischen zum zweitgrößten Wettbewerber deutscher Maschinenbauer in China geworden. 
Gegenstand der Untersuchungen und Empfehlungen der jetzt vorgelegten Expertenstudie sind die aus den Veränderungen erwachsenden Chancen und Risiken für deutsche mittelständische Maschinenbauunternehmen. Im Zeitraum von April bis Mai 2013 befragte man in Zusammenarbeit mit der Auslandshandelskammer Shanghai über 600 deutsche Maschinenbauunternehmen in China per Online-Umfrage. Insgesamt wurden 98 Fragebogen eingereicht; die Rücklaufquote lag damit bei 16 Prozent. Ergänzt wurde die Untersuchung durch Experteninterviews mit Managern deutscher Firmen vor Ort und in Deutschland sowie den Vergleich mit der Vorgängerstudie von 2010. 


Größter Käufermarkt für Anlagen und Maschinen

Im Vergleich zu 2010 hat sich der Fokus der China-Engagements deutscher Maschinenbauunternehmen signifikant verlagert. Als wichtigstes Motiv für ihre Präsenz in China nennen heute 50 Prozent der befragten Unternehmen die Produktion für den chinesischen Markt. Der Vertrieb von Importmaschinen in China ist für 46 Prozent der deutschen Unternehmen die Hauptaktivität ihres China-Geschäfts. Themen wie Sourcing, Montage oder Produktion für den Export haben gegenüber 2010 deutlich an Bedeutung verloren. Die Maßnahmen zur Profitabilitätssteigerung der in China tätigen Unternehmen tragen eindeutige Merkmale eines Käufermarkts: Gewinnung neuer Käufersegmente, Einführung neuer Produkttypen sowie Prozessoptimierung und Lean Management.
Damit ist der lokale chinesische Markt in den Vordergrund gerückt. Entsprechend bedeutungsvoll für einen Markterfolg deutscher Maschinenbauer in China ist die Kenntnis und Berücksichtigung der veränderten Rahmenbedingungen. Die Weiterentwicklung der chinesischen Industriestruktur erfordert zunehmend hochwertigere Anlagen und schafft damit insgesamt bessere Absatzchancen. Allerdings betrifft der Bedarf überwiegend das Mid-Segment. Ein Trend, der am Premium-Segment, dem Kernbetätigungsfeld deutscher Ingenieurkunst weitestgehend vorbeigeht. Für die deutschen Maschinenbauer, die bisher keine stabile anwendungsbezogene Marktnische für sich besetzt haben, sind zunehmend Schwierigkeiten zu erwarten, sofern kein Umdenken in Richtung „Generalist für das Mid-Segment“ erfolgt.

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