Deutscher Maschinenbau trotzt asiatischen Angriffen in Russland

Mitte Dezember werden die EU-Außenminister über eine Verlängerung der EU-Sanktionen gegen Russland um weitere sechs Monate abstimmen. Die Hoffnung der Maschinen- und Anlagenbauer in Deutschland auf konstruktive Gespräche und einen schrittweisen Abbau der Sanktionen hat sich nun schon im Vorfeld zerschlagen. Dabei wäre die inzwischen deutlich ruhigere Lage in der Region ein Grund gewesen, in Richtung Wirtschaft bereits jetzt ein Zeichen zu setzen.
Noch immer belastet vor allem die Wirtschaftskrise in Russland, basierend auf einem niedrigen Ölpreis und der Rubelkrise, die Stimmung hierzulande erheblich. Aber auch die Sanktionen führen zu spürbaren Konsequenzen für den deutschen Export von Maschinen- und Anlagen nach Russland. „Allein in den ersten neun Monaten fielen die Maschinenexporte um knapp 27 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro“, berichtet Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA auf Anfrage und fügt hinzu. „Wenn das so bleibt, werden wir in diesem Jahr für nur noch rund 5 Milliarden Euro Güter nach Russland exportieren. Das wären fast 3 Milliarden Euro weniger, als noch vor zwei Jahren.“
Auch das kommende Jahr bietet kaum Aussicht auf eine Besserung der Situation. Dennoch bleibt Deutschland vorerst wichtigster Technologielieferant Russlands. Zwar haben die asiatischen Wettbewerber versucht, in jede freie Lücke auf dem russischen Markt zu springen – bislang jedoch noch ohne großen Erfolg. Die russischen Maschinenimporte gingen im vergangenen Jahr krisenbedingt insgesamt stark zurück: Die Einfuhren aus der Region Ostasien sanken 2014 um mehr als 30 Prozent. Die Maschinenimporte aus China sind 2014 sogar um rund 50 Prozent geschrumpft. Während Deutschland seine Anteile an den russischen Maschinenimporten 2014 halten konnte (19 Prozent), halbierten sich die Anteile Chinas von zuvor 15,4 Prozent auf 8,5 Prozent. Und dies trotz der angekündigten Hinwendung der russischen Wirtschaft nach Asien. Auch in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres gingen die russischen Importe aus nahezu allen Lieferländern zurück.

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