Die Wirtschaftswelt in Deutschland vereint

HANNOVER, Ende April. Nach fünf Messetagen schließt die größte Industrieschau der Welt ihre Tore mit einem Besucherplus von 8,5 Prozent gegenüber dem Vergleichsjahr 2014. Das Leitthema „Integrated Industry – Discover Solutions“ in Verbindung mit dem Partnerland USA fand weltweit erhebliche Beachtung, obwohl gerade der Vormittag des ersten Messetages durch die Anwesenheit des US-amerikanischen Präsidenten und die damit verbundenen Security-Maßnahmen praktisch kein Messegeschäft möglich war. 

Mehr als 190 000 Besucher kamen zur Messe, 50 000 davon aus dem Ausland. „Ob neue Technologien für Fabriken oder für Energiesysteme – die rund 5 000 amerikanischen Besucher haben in Hannover gefunden, was sie gesucht haben, und konnten viele neue Geschäftskontakte knüpfen“, sagte hierzu Jochen Köckler, Mitglied des Vorstands der Deutschen Messe AG mit Sitz in der niedersächsischen Landeshauptstadt, auf Anfrage. China konnte mit 6 000 Besuchern die Position als größte Besuchernation nach Deutschland behaupten. Aus dem europäischen Ausland wurden 30 000 Besucher gezählt. Das Forum „Industrie 4.0 meets the Industrial Internet“ zog insgesamt mehr als 8 000 Teilnehmer an, die sich dort über Technologien, Standards und Geschäftsmodelle für die vernetzte Industrie von morgen interessierten.
Das zweite zentrale Thema der diesjährigen Messe war „Integrated Energy – das Energiesystem der Zukunft“. Von der Erzeugung, Übertragung, Verteilung und Speicherung bis hin zu alternativen Mobilitätslösungen wurde die gesamte energiewirtschaftliche Wertschöpfungskette gezeigt. Dabei stand die Integrated Energy Plaza mit einem interaktiven Modell eines kompletten regenerativen Energiekreislaufs im Mittelpunkt.
Auch im Ausstellungsbereich der industriellen Zulieferung zeigte sich, dass Industrie 4.0 besonders für Zulieferer immer mehr zur Standardanforderung wird. Weitere wichtige Themen in diesem Bereich waren neue Werkstoffe sowie der Leichtbau. So zeigte der Göller Verlag, vertreten durch die Transfer-Plattform Ceramic Application, im Rahmen eines Gemeinschaftsstands in Halle 6, die attraktiven Möglichkeiten, die die technische Keramik für industrielle Anwendungen bietet. Kein Wunder also, dass den Fachbesucher vielfältige Konstruktionsideen, beispielsweise in Hinsicht auf Leichtbau geboten wurden.
Noch nie waren so viele politische Entscheidungsträger und Konzernlenker aus der Industrie auf der Messe vertreten. US-Präsident Obama hatte drei Minister in seinem Gefolge, darunter Handelsministerin Penny Pritzker, die bis einschließlich Mittwochabend auf der Messe Gespräche führte. Mit Vizepräsident Maros Sefcovic (Energie), Günther Oettinger (Digitales), Elzbieta Bienkowska (Industrie), Cecilia Malmström (Handel) und Carlos Moedas (Forschung) besuchten auch fünf der wichtigsten EU-Kommissare das Messegelände. Dies machte einmal mehr deutlich, dass die Hannover Messe auch oder gerade eine wirtschaftspolitische Veranstaltung ist, auf der man Flagge zeigt.
Die Hannover Messe 2017 wird vom 24. bis zum 28. April ausgerichtet. Das Partnerland im kommenden Jahr ist Polen. Und hoffentlich wird die Messe in einer entspannteren Atmosphäre der inneren Sicherheit durchgeführt, wovon auszugehen ist.

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