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Ein sicherer Weg in die Vernetzung

DARMSTADT, Ende Juni (bv). Der Wandel an dem, was man bei Engineering-Methoden und -Prozesse als Stand der Technik bezeichnen würde, lässt sich kaum trefflicher ablesen, als am Portfolio der :em engineering methods AG (EM). EM wurde 2001 als GbR gegründet und firmierte ein Jahr später um in eine Aktiengesellschaft. Nach offizieller Lesart wird 2002 als Unternehmensstart gehandelt, mit anderen Worten, die Vorstände Erik Claassen, Christian Donges, Sven Kleiner und Marcus Krastel blicken auf 15 Jahre erfolgreiche unternehmerische Tätigkeit zurück, die in der Keynote des diesjährigen Engineering Process Day von Professor Reiner Anderl umfassend gewürdigt wurde. Anderl kennt EM schon sehr genau. Nicht nur, dass bis auf Donges alle Vorstände bei ihm promoviert haben, sondern auch deswegen, weil der Gelehrte das Unternehmen seit vielen Jahren im Aufsichtsrat begleitet.

Auch der zunächst „verloren“ geglaubte Sohn Donges hatte an Anderls Lehrstuhl studiert, wollte aber dann seine Meriten erst einmal im Vertrieb von Konstruktionslösungen verdienen, was ihm auch mit Bravour gelang, wie Anderl versicherte.Die vier fanden schließlich zusammen und stehen heute einem Unternehmen vor, das in den unruhigen Gewässern der sich abzeichnenden Digitalisierung nun wirklich keinen sicheren Hafen benötigt – 100 begeisterte Mitarbeiter und ein innovatives Portfolio rund um Geschäftsprozess-Design, Model-based Engineering (zuvor als „Prozessberatung“ vermarktet),

Softwareentwicklung und PDM/PLM sind Fakten eines beachtlichen Erfolgs. Vielleicht am bemerkenswertesten am Wandel des Angebots ist die Software-Entwicklung von EM, denn inzwischen treibt nicht mehr ausschließlich der Markt die Neuschaffung von Apps & Co., sondern das Team um Claassen bringt aufgrund eigenes Kalküls eigene Software-Produkte auf den Markt, man kann sich folglich mit Fug und Recht als „Software-Systemanbieter“ bezeichnen. Prominentestes Beispiel hierfür ist ReqMan für das unternehmensweite Anforderungsmanagement, das im Markt im Automobilzuliefererumfeld für Furore sorgt.

Engineering Process Days gab es schon viele, aber kein so gut besuchter wie jener zu diesem Jubiläum. Außerdem wurde ein zweifelsfrei zukunftsträchtiges Tête-à-Tête als Motiv gewählt: „Digitilization meets Engineering“. Davon ließen sich die 120 Teilnehmer von gut 60 Unternehmen gerne inspirieren. Am Vormittag gaben Konstantin Flügel (Siemens Large Drives), Hans-Peter Martin Martin (Daimler) und Thomas Resch (Brose) Einblicke in die Digitalisierungsstrategie aus Sicht der Praxis, nach der Mittagspause waren es Tim Schulte und Peter Gerber (Schaeffler), Michael Engelmann (GKN Driveline), Thomas Trunz (Bosch) sowie. Kai Kegelmann (Kegelmann Technik) zum gleichen Themenkonvulut an der Reihe.

Gemein ist all diesen Unternehmen, dass sie von EM beraten werden, etwa wie im Falle von Siemens LD: Flügel zeigte den Weg auf von einer Digitalisierungsstrategie hin zu einer Roadmap, der gemeinsam mit EM erarbeitet wurde. Das muss man sich als eine anspruchsvolle Aufgabe vorstellen, denn die rund 2 000 Themen, die von den 25 Siemens-Standorten eingereicht wurden, waren zunächst alle auf ein Optimum für den jeweiligen Standort getrimmt, natürlich aber stets das Beste für die Business Unit insgesamt gesucht werden musste. Immerhin: 25 sogenannte Action Aeras wurden identifiziert und die Zukunft wird zeigen, was davon umgesetzt werden kann. Von einem Paradigmenwechsel sprach Flügel deshalb, weil diese Handlungsfelder erstmals geschäftsjahrübergreifend konzipiert wurden. Es ist ein gestaffeltes Modell, das immer wieder hinterfragt werden muss, weil nicht klar ist, wofür der Kunde tatsächlich bereit ist zu zahlen. Die Technologien indes, so Flügel, seien weitgehend ausgemachte Sache: „Es ist wichtig, dass die Strategie immer wieder hinterfragt wird und die Roadmap auch wirklich der Strategie dient“, schrieb der Manager den Anwesenden in ihre Konferenznotizen.

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