camos_um_2015

Gemeinsam erfolgreich an der Zukunft arbeiten

STUTTGART, Ende November 2015 (bv). Als Antwort auf die digitale Transformation der Wirtschaft kann die internetbasierte Produktkonfiguration angesehen werden – auf der einen Seite ein Höchstmaß an anwenderfreundlicher „Usability“, die das Corporate Design des Anbieters widerspiegelt, auf der anderen Seite, quasi hinter den Kulissen, ein durchgängiger End-to-End-Prozess, der die effiziente, auf höchste Kundenzufriedenheit ausgerichtete Auftragsabwicklung garantiert. Dass das Thema Hochkonjunktur hat, war auf dem diesjährigen Anwendertreffen der camos Software und Beratung GmbH mit Sitz in der baden-württembergischen Landeshauptstadt zu spüren. Und camos ist nicht irgendein Player in dem Metier, sondern einer der bedeutenden im europäischen Markt. Sein Portfolio, vom renommierten US-amerikanischen Marktforschungsinstitut Gartner unter dem Begriff „CPQ“ (Configure, Price, Quote) ebenso wie PLM quasi in den Adelsstand erhoben, umfasst unter anderem SalesCenter für ein effizientes Angebotsmanagement und „Quotation“ für das einfache Erstellen komplexer Angebote, Develop für die Modellierung und Pflege von Produkt- und Beziehungswissen für den Konfigurator, die Produktkonfigurator-Software Configurator und Connect SAP die zertifizierten Integrationsbausteine.
Der Zuspruch für den Lösungsanbieter lässt sich an vielen Stellen festmachen. Zum Beispiel auf dem vergangenen Anwendertreffen mit seinen rund 200 Teilnehmern im Stuttgarter Maritim Hotel oder am Unternehmenswachstum. Für das Geschäftsjahr 2015 wurde ein Umsatz von fast 11 Millionen Euro erzielt, rund acht Prozent mehr als im Vorjahr. Auch bei der Mitarbeiteranzahl stehen die Zeichen auf Zu- nahme: 98 Mitarbeiter (14 Prozent mehr gegenüber 2014). camos kann auf rund 220 Kunden im CPQ-Umfeld mit den Lösungen Quotation und Configurator verweisen, fast 100 sind es für SalesCenter und 30 im Bereich CAPP für Stücklisten- und Arbeitsplanerstellung. Noch mehr beeindruckt die Anzahl der Anwender: 20 000 ständige („concurrent user“) Nutzer sind es bei camos Configurator, insgesamt („named“) sind es wohl an die 100 000. Das Produkt- und Beziehungswissen pflegen an die 1 100 Anwender mit camos Develop. Geschäftsführender Gesellschafter Michael Hüllenkremer brachte es bei seiner Eröffnungsrede auf dem Anwendertreffen auf den Punkt: „Ich hoffe, Sie überzeugt zu haben, mit camos einen starken Partner gewählt zu haben und Sie gemeinsam mit uns bereit sind, die Herausforderungen anzugehen, die sich durch Industrie 4.0 ergeben.“ Das Anwendertreffen hat eine langjährige Tradition, immerhin fand es bereits zum 26. Male statt. Und diesmal war es an der Zeit, ein anderes Veranstaltungsformat zu wählen. Bereits am ersten Veranstaltungstag ging Geschäftsführer Hans-Jürgen Lehnert medias res in die Technik. Lehnert präsentierte unter dem Motto „Schneller – Schöner – Besser“ Highlights aus der Entwicklung, unter anderem zur anstehenden Version 14 von camos Develop. Schneller. Das Develop-Klassifizierungssystem (CLS) wurde beschleunigt, selbst bei sehr umfangreichen Tabellen. Auch wurde sichergestellt, dass die Performance des Produktkonfigurtors bei einem Anwachsen der Wissensbasis durch Produkterweiterungen nicht leidet. Schöner. Bereits die Develop-Vorgängerversion 13 besticht durch eine reduzierte Oberfläche mit personalisierter Ansicht (Lehnert: „Das Auge wird weniger abgelenkt“): Die neue Version geht diesen Weg konsequent weiter. Besser. Erwähnt werden sollen an dieser Stelle nur das „super neue Produkt“ AGE (Auto- mated Generalization Explorer), wie Lehnert es nannte, mit dem sich Vererbungsstrukturen analysieren und optimieren lassen, die vorausschauende Validitätsanzeige und der UI-Designer, der es durch die Trennung von Wissensbasis und Benutzeroberfläche noch leichter macht, die CPQ-Lösung auf verschiedenen Front-Ends also auch Tablet-PCs einzusetzen. Natürlich hat sich auch bei den anderen Lösungen wie SalesCenter und Quotation viel getan. So gesehen war es ein cleverer Schachzug, die softwaretechnischen Aspekte bereits am ersten Veranstaltungstag zur Sprache zu bringen, denn bei einem derartigen Umfang an Neuigkeiten besteht vermehrter Bedarf an Diskussion und Erläuterung.

Kunden melden sich zu Wort

Am zweiten Veranstaltungstag wurde die Bühne für Sprecher von Anwenderunternehmen frei geräumt. So sprach Christian Haug von der EMAG-Gruppe über die Erfahrungen mit den Lösungen von camos. Der Werkzeugmaschinenhersteller ist mit einem Marktanteil von 35 Prozent bei Vertikaldrehmaschinen der bedeutendste Player in diesem Segment. Der Gruppenumsatz lag im Jahr 2014 bei 473 Millionen Euro. Die Anfänge der Zusammenarbeit mit dem Systemanbieter gehen auf das Jahr 2004 zurück, zeitgleich mit der Einführung von SAP ERP. Zunächst wurde die CPQ-Software als reines Angebotssystem eingesetzt und im Jahr 2009 dann weitere vertriebsunterstützende Funktionen freigeschaltet, indem automatisiert Aufgaben für die Verkäufer von potenziellen Neukunden angelegt werden. Seit 2010 ist ein Stücklisten-Konfigurator im Einsatz und im vergangenen Jahr wurde über eine XML-Schnittstelle Eplan Engineering Center angebunden. Zudem findet der Datenaustausch mit der hauseigenen Business-Intelligenz- (BI-)Anwendung statt. Bei EMAG gibt es weltweit 350 produktive Anwender, die camos-Software zur regelbasierte Konfiguration von insgesamt sechs Maschinen- typen nutzen. Bezogen auf eine EMAG-Standardmaschine gibt es rund 80 Optionen in Form von Maschinengrundkörper, X- und Z-Schlitten, Spindel, Steuerung, Messvorrichtung, Revolver und Automatisierung, die systemgestützt konfliktfrei zusammengestellt werden können. Haug betonte, dass zum Beispiel das Customising „Maschinen-Forecast“ sehr gut angenommen wurde. Jedes Tochterunternehmen ist angehalten, einmal im Monat den Maschinenbedarf im CPQ-System zu aktualisieren. Hinzu kommt die Information, ob eine Lagermaschine oder Kundenmaschine produziert werden soll (anhand dessen der Auftrag in der Fertigung priorisiert wird). Im BI-Tool werden die Daten visualisiert und mit SAP abgeglichen. Das Ergebnis: „Dank camos ist unsere Produktionsplanung erheblich transparenter geworden“, betonte Haug und lobte zudem, dass die Termintreue durch den Konfigurator um 50 Prozent gesteigert werden konnte. Apples iPad gehört zu den angesagtesten Frontends, die man sich vorstellen kann, gerade im Vertrieb. Und Weltmarktführer DMG Mori mit 2,05 Milliarden Euro Umsatz (2014) hat schon immer auf einen nach- haltigen Markenauftritt großen Wert gelegt. Aber: Maschinenkonfiguration auf dem iPad? Ob das funktioniert? André Torke präsentierte die aktuelle mobile Konfigurationslösung bei DMG Mori live mit einer Verve, der die dem Zeitgeist von Internet und Generation Y ent- spricht (cool und lässig). Und in der Tat, mobile Produktkonfiguration ist dank der gebotenen Technologie sehr wohl möglich! Bereits seit 2013 sind bei DMG auf iPads Preislisten abrufbar, aber der Vertrieb wollte mehr. Die Anforderung war ein regelbasierter, multimedial – und natürlich performanter Produktkonfigurator, der so leicht zu bedienen ist wie ein Autokonfigurator. Dank der damals neuen Version 13 von camos Develop konnte das Projekt schnell zum Erfolg geführt werden. Bereits nach wenigen Wochen konnte das mächtige Regelwerk für die insgesamt 400 Maschinentypen auch auf iPads von den Vertriebsmitarbeitern auf der AMB in Stuttgart im direktem Kundengespräch für die Angebotserstellung genutzt werden. Eine wichtige Vorgabe war, dass während der Angebotskonfiguration in jedem Schritt stets sichergestellt sein sollte, dass die ausgewählte Maschine herstellbar und somit unmittelbar bestellbar ist. Außerdem sollte im Hintergrund ein Abgleich mit dem Lagerbestand stattfinden: Alternativ zum Angebot einer neu zu produzierenden Maschine, wird eine im Lagerbestand gesucht, die die Anforderungen des Kunden bestmöglich erfüllt und kurzfristig geliefert werden kann. Die übersichtliche Menü-Führung des Angebotskonfigurators entspricht weitgehend jener der DMG- Webseite, ist also reichhaltig bebildert. Genutzt wird hierzu der iClient von camos. Fazit Auch die DMG-Präsentation reihte sich in die vielen Projektbeispiele ein, die belegen, wie Kunden und camos-Mitarbeiter rund um die prozessintegrierte Produktkonfiguration gemeinsam erfolgreich sind. Die Veranstaltung machte zudem deutlich, dass die Einführung eines Konfigurators stets eine gute Gelegenheit ist, alte Zöpfe abzuschneiden, sprich: Abläufe in Hinsicht auf ihre Sinnhaftigkeit und mögliche Medienbrüche sorgsam auf den Prüfstand zu stellen.

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