Hybridanalysen für den guten Ton

In den Entwicklungsabteilungen der Automobilindustrie stehen umweltfreundlichere Fahrzeuge ganz oben auf der Agenda. Meist wird dieses Ziel mit der Einführung von Hybrid- und Elektrotechnologien oder mit Downsizing des Verbrennungsmotors und mit Reduzierung des Gewichts in Verbindung gebracht. Das hat weitreichende Auswirkungen auf das Noise/Vibration/ Harshness-Verhalten (z. dt.: Geräusch, Vibration, Rauheit – unerwünschtes Geräuschverhalten) des Fahrzeugs. Diese neue Entwicklung birgt freilich Konfliktpotenzial. Der möglichst effiziente Verbrennungsvorgang läuft gezielt innerhalb eines schmalen Kurbelwellenwinkelbereichs ab. Dies kann im Gegenzug das Akustik- und Schwingungsverhalten verschlechtern, weil impulsartige Geräusche der Einspritzsysteme und höhere zyklische Schwankungen auftreten können. Häufig werden zudem die Motoren durch Kompressoren oder Turbolader aufgeladen und damit weitere potenzielle Geräuschquellen geschaffen. Durch stetige Verbesserungen des NVH-Verhaltens von Verbrennungsmotoren im Allgemeinen, durch Effizienzstrategien wie Start-Stopp und Zylinderabschaltung oder bei Elektrofahrzeugen durch das vollständige Fehlen der maskierenden Geräuschkulisse des Verbrennungsmotors, prägen bei aktuellen Fahrzeugen oftmals hochfrequente Geräusche die Innenakustik. Dieser wird durch Stellmotoren, wie an den Fensterhebern, an der Klimaanlage, durch den Lüfter sowie durch Getriebegeräusche geprägt, die nun stärker in den Fokus des Endkunden treten. Auch die Abroll- und Windgeräusche trüben zusätzlich die gefühlte Akustikqualität. Für sogenannte Hybridanalysen hat LMS International mit Sitz im belgischen Leuven einen Ansatz entwickelt, der Simulationen mit Ergebnissen aus physischen Tests koppelt. Er basiert auf der Suite LMS Test.Lab und LMS Virtual.Lab. So lassen sich bereits in den frühen Entwicklungsphasen Entscheidungen über Konstruktionslösungen treffen und Entwicklungszeiten und -kosten erheblich senken. Der Prozess entspringt der jahrzehntelangen Erfahrung des Systemanbieters, Ergebnisse aus Prototypentests und CAE-Simulation abzugleichen.

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