Additive Manufacturing

IoT beflügelt das PLM-Geschäft

MÜNCHEN, Anfang Februar (bv). Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „FT-PTC Future of Industrial Innovation Global Series“ kommentierte der CEO von PTC (Boston, US-Bundesstaat Massachusetts), Jim Heppelmann, die Geschäftsergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahrs 2019 (Ende 30. September). Die Gesamterlöse konnten auf 1255631000 US-Dollars gesteigert werden, was allerdings nur geringfügig mehr als 2018 war (1241824000 US-Dollars). Abgesehen von dieser Seitwärtsbewegung scheint die Going-to-Market-Strategie des Systemanbieters dennoch aufzugehen, denn immerhin bereits 7 Prozent der Erlöse wurden mit dem Augmented-Reality-(AR-)Portfolio rund um Vuforia erzielt und das IIoT-Angebot ThingWorx hat inzwischen einen Marktanteil von 15 Prozent erreicht, was die Marktführerschaft bedeutet – man bedenke, dass es mehrere hundert IIoT-Plattformen gibt!

Partnerschaften als Wegbereiter

Einige Schachzüge wurden in den vergangenen Jahren unternommen, um diese Erfolge möglich zu machen. So wurde erheblich in den Ausbau des eigenen Partnernetzwerks investiert und drei strategische Allianzen geschmiedet.
Man hat sich mit Rockwell Automation zusammengetan, um die jeweiligen Portfolien für die Smart Factory so auszurichten, dass sie den Markt für den intelligenten, vernetzten Fabrikbetrieb noch besser ansprechen. Es wurden die ThingWorx-, Kepware- und Vuforia-Plattformen auf die FactoryTalk-MES/Analytics- und Industrial-Automation-Plattformen von Rockwell Automation sorgfältig abgestimmt. Die neue Software-Suite wird nun unter dem Namen „FactoryTalk Innovation Suite Powered by PTC“ vermarktet. Rockwell hat das Exklusivrecht, dabei ausgewählte PTC-Lösungen an bestimmte Kunden in ausgewählten geografischen Regionen zu verkaufen. Die Partnerschaft mit Microsoft verhilft der ThingWorx Industrial Innovation Platform dazu, als bevorzugtes Angebot auf der Microsoft Azure Cloud verfügbar zu machen. Heppelmann betrachtet Azure lediglich als „Betriebssystem“, das durch Applikationen (wie sie eben über ThingWorx kreiert werden können) angereichert werden müsse. Und mit Ansys hat man sich zusammengetan, um die Echtzeit-Simulation-Suite Discovery Live von Ansys in Creo zu implementieren und so eine vollständig integrierte CAD/CAE-Lösung anzubieten.

Wachstum fällt unterschiedlich aus

Heppelmann erwähnte zudem, dass die angesprochenen Märkte unterschiedliche Wachstumsmöglichkeiten bieten. „Wir sehen größere Chancen für ein Marktwachstum für unsere IIoT- und AR-Lösungen, gefolgt von einem moderateren Marktwachstum unserer CAD- und PLM-Offerten.“
Zwischen 20 und 30 Prozent der Erlöse werden mithilfe externer Partner erzielt (indirektes Geschäft mit Händler und strategische Partner). PTCs Verkaufsteam konzentriert sich auf Großkunden, während der Partner-Kanal eine kostengünstige Möglichkeit bietet, den Markt für kleine und mittlere Unternehmen anzusprechen. Im IIoT-Geschäft konkurriert der Systemanbieter mit Big Playern wie Amazon, IBM, Oracle, SAP, Siemens or GE. Bei unternehmensweiten CAD- und PLM-Anwendungen und bei isolierten Desktop-CAD-Software konkurriert es mit Firmen wie Autodesk, Dassault Systèmes oder Siemens Digital Industries. Bei PLM-Lösungen steht man außerdem im Wettbewerb mit integrierten ERP-Systemanbieter wie Oracle und SAP.

(Industrial-)IoT ist ein in der Industrie geläufiger Begriff und wird bei PTC verstanden als Daten-Orchestrierung zwischen IT und OT (Anlagenbetriebssysteme), beispielsweise um Engpässe in der Produktion zu erkennen. Wenn man so will, steht das „I“ von IoT eigentlich für „Integration“.
Wie Heppelmann meinte, versteht sich IoT auch als die nächste Generation von PLM-Anwendungen. Doch warum sollte man Produkte an das Internet anschließen? Die Antwort ist verblüffend einfach: Um Informationen aus dem Betrieb abzugreifen und so ein Closed-Loop-PLM auf den Weg zu bringen. Die Rechnung scheint aufzugehen, weil PTC in der Lage ist, bei CAD-/PLM-Kunden ein Cross Selling von ThingWorx-Produkten durchzuführen.

Heppelmann hat sich viele Gedanken über die Bedeutung von IoT und AR gemacht. So betrachtet der CEO AR als „IoT for People“ (IoP): Es erlaubt, Daten in der Umgebung von Produkten auf sehr natürliche Art und Weise zu sehen, ja zu spüren. Auf diese Weise lässt sich der Mensch viel produktiver machen. Demgegenüber macht IIoT Maschinen und Prozesse produktiver. Außerdem: Bei den Kunden von PTC hat man begonnen, über den Mehrwert von AR und IoT zu diskutieren. Dabei kommt schnell die Erkenntnis auf, dass dies nur dann Sinn macht, wenn ein PLM-Backbone vorhanden ist.

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