MES für den Mittelstand

Ein typisches Problem von Lohnfertigern ist, dass sie nicht verlässlich abschätzen können, welche Aufträge mit welchem Umfang in den nächsten Tagen eingehen werden. Erschwerend kommt hinzu, dass der Kunde schnelle und zuverlässige Aussagen über Liefertermine wünscht. Und natürlich soll auch der Preis treffsicher kalkuliert sein. „Wenn nicht gerade nur ein Kunde und drei Maschinen vorhanden sind, lassen sich hierzu mit normalen Bordmitteln oder Excel-Tabellen keine verlässlichen Angaben machen“, sagt Marc-Antonio Schubert, Geschäftsstellenleiter Nord der Fauser AG mit Sitz Gilching bei München, zur heute geforderten Präzision bei der Fertigungsplanung. Gerade für kleine Betriebe sei aber wichtig, dafür ein MES Tool an der Hand zu haben. Es soll möglichst wenig Einlernzeit benötigen und keinen Aufwand für die Datenpflege erfordern, das die meisten kleineren Betriebe nicht über umfangreiche IT-Kenntnisse verfügten. Fauser konzentriert sich mit JobDispo MES auf Betriebe der diskreten Fertigungsindustrie, etwa Maschinenbauer oder Kunststoffverarbeiter. Aber auch Abteilungen von Großunternehmen, die eine unternehmensweite ERP-Lösung im Einsatz haben, die aber bei ihrem MES-System nicht die gewünschte Unterstützung bietet, ist im Visier des Gilchinger Systemanbieters.

Schubert deutet MES auch gerne mal als ,mal eben schnell‘ heraus zu finden, welche Auswirkungen es hat, wenn ein Auftrag alternativ an einem anderen Bearbeitungszentrum abgearbeitet wird. Für diesen Überblick muss der Fertigungsauftrag in Arbeitsfolgen unterteilt sein, wobei der Grundsatz gilt: Keine Planung ohne Planzeit. Es werden also unter anderem Erfahrungswerte für Rüst- und Vorgabezeiten benötigt.

Ein nennenswerter Implementierungsaufwand von JopDispo MES entsteht nur durch die Notwendigkeit einer Integration in andere Backbone-Systeme, etwa wenn bereits ein ERP-System unternehmensweit eingeführt wurde. „Jene Daten, die wir für unser MES-System benötigen, sind eigentlich in jedem PPS- oder ERP-System vorhanden“, sagt Schubert. Hierzu gehören die systemtechnische Abbildung der Fertigungsaufträge mit Arbeitsfolgen, Prozessdefinitionen, Vorgabezeiten und idealerweise noch der Liefertermin. „Der organisatorische Aufwand allerdings, diese Daten verfügbar zu machen, ist oftmals höher, als die Integration.“

Eine weitere Voraussetzung der Einführung einer MES-Lösung ist die zeitnahe Rückmeldung des Auftragsstatus. Dies geschieht beispielsweise über das BDE-Modul der JobDispo Software-Suite. Die Einführung eines derartigen Systems ist natürlich auch eine organisatorische Frage.

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