In vielen Bestandsanlagen der Chemie- und Prozessindustrie dominieren historisch gewachsene Dokumentationskonvolute. R & I-Fließbilder (P&IDs) liegen oft nur in Form von PDF vor, stammen aus unterschiedlichen Planungssystemen und sind kaum IT-gestützt auswertbar. Ein Event zeigt Auswege aus dem Dilemma.
Vom PDF zur intelligenten Engineering-Datenbasis
Diese Situation erschwert nicht nur Umbauten und Erweiterungen, sondern auch die Erfüllung immer restriktiver werdende regulatorischer Anforderungen. Gleichzeitig wächst der Druck aufgrund von Bemühungen der Effizienzsteigerung, bestehende Unterlagen in digitale, weiterverwendbare Formate zu überführen.
„Viele Unternehmen stehen vor der Frage, wie sie ihre vorhandenen Bestandsdaten überhaupt sinnvoll in eine digitale Strategie überführen können,“ sagt Ajit Joshi, Geschäftsführer der ITandFactory GmbH (Bad Soden). „Genau hier setzen neue, KI-gestützte Ansätze an, die vorhandene Informationen nutzbar machen, ohne alles neu erstellen zu müssen.“
Im Mittelpunkt des Praxis-Updates, das am 16. Juni 2026 im Industriepark Höchst diskutiert wird, steht daher die Frage, wie sich bestehende PDF-Fließbilder automatisiert in intelligente, strukturierte Engineering-Daten überführen lassen. Soviel schon einmal vorweg genommen: Moderne IT ermöglicht es in der Tat, Inhalte aus PDFs zu extrahieren, semantisch zu erfassen und in Anlagenmodelle zu überführen. So entsteht aus einem statischen Dokument ein vernetztes Anlagenmodell, das im weiteren Engineering-Prozess genutzt werden kann – bis hin zum digitalen Zwilling.
Praxisbeispiel Kuraray Europe
Ein Highlight der Veranstaltung ist ein Anwenderbericht von Kuraray Europe GmbH. Vertreter des Unternehmens zeigen, wie bestehende R&I-Fließbilder in Form von PDFs KI-gestützt mit der Engineering-Lösung CADISON in strukturierte Anlagendaten überführt wurden, inklusive Einblicke in Projektumsetzung, Herausforderungen und Lessons Learned. „Die Transformation unserer Bestandsfließbilder digital zu strukturieren und Ablageorte der Anlagendokumentation zu verbinden, ist für uns ein zentraler Schritt, um der Schnelligkeit der Veränderungsprozesse im Markt besser begegnen zu können. Wir erhoffen uns hier in den nächsten Jahren am Standort Frankfurt/Main in unseren Engineering- beziehungsweise Instandhaltungsprozessen effizienter und zukunftssicher zu werden“, erklärt André Ziese, Projektleiter Kuraray Europe GmbH. „Der Mehrwert zeigt sich dabei schon jetzt im Engineering durch die Möglichkeit des schnelleren Austauschs über Red Lining („Share2Review“) zwischen Projektleitung und dem CAE-Bearbeiter innerhalb von Cadison.“
Ein weiterer Fokus der Veranstaltung liegt auf dem Aufbau einer konsistenten Datenbasis. Denn erst strukturierte, standardisierte Informationen ermöglichen durchgängige Workflows über Systeme, Gewerke und Unternehmensgrenzen hinweg.
Unser Bild zeigt die schnelle Erzeugung von Rohr-, Fließbild und Prozessflussdiagrammen mithilfe einer CADISON-Umgebung.
Praxis-Update im Industrie Park Höchst: Digitalisierung im Engineering
16. Juni 2026
8:30 – 13:00 Uhr
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