Tag der Industriekommunikation 2017Tag der Industriekommunikation 2017 - Quelle: setphoto-Thomas R. Schumann

Veränderung – Vernetzung – Vertrauen: Die deutsche Industriekommunikation auf dem Weg in die digitale Transformation

Die rasante Digitalisierung verändert unser Verhalten, die Gesellschaft und damit die Arbeitswelt von Grund auf. In deutschen Industrieunternehmen sind es vor allem die Marketing- und Kommunikationsexperten, die die Führung auf dem Weg zur digitalen Transformation übernommen haben. „Bislang fehlt es hierzulande jedoch an digitalen Weltmarktführern“, beklagte Professor Tobias Kollmann in seiner Keynote beim diesjährigen Tag der Industriekommunikation des Bundesverband Industrie Kommunikation e.V. (BVIK) am 22. Juni 2017 in Fürstenfeldbruck. Das Problem sei, dass Digitalisierung Veränderung und Chaos bedeute, worauf mit schnellen Entscheidungen reagiert werden müsse. Wie es uns gelingt, unsere Angst zu überwinden und couragiert für Kunden einen digitalen Nutzen zu schaffen, wurde beim BVIK-Leuchtturmevent aus Sicht der Theorie und B2B-Praxis intensiv beleuchtet. Denn sicher ist: Marketing-Etats werden nicht gekürzt werden, wenn mit neuen Geschäftsmodellen Umsatz generiert wird.

Neue Unternehmenskultur gefordert

Prof. Tobias Kollmann, Experte für E-Business und E-Entrepreuneurship

Rund 200 Marketingentscheider erfuhren von hochkarätigen Sprechern, für welche Megatrends sie sich rüsten müssen. Christoph Burkhardt, Wirtschaftspsychologe und Experte für Innovation & Kreativität, machte in seiner Rede deutlich: „Wir stehen an der Schwelle zu einem massiven Paradigmenwechsel. Dieser kann Unternehmen entweder ins Abseits stellen oder ihnen die Chance bieten, sich neu zu erfinden.“ Seiner Meinung nach wird Mitarbeitern künftig ein Höchstmaß an Flexibilität abverlangt. Gleichzeitig werde die Lerngeschwindigkeit dramatisch zunehmen müssen, um dem exponentiell steigenden Informationswachstum zu begegnen. Diese Tatsache fordert Unternehmen zu Kooperationen und Kollaboration auf globaler Ebene sowie zu massiven Weiterbildungsmaßnahmen heraus. Wichtig sei es, das Vertrauen der Kunden im digitalen Umfeld zu gewinnen, um die Datenspuren auf ihrer Customer Journey für alle Beteiligten gewinnbringend nutzen zu können. „Im digitalen Zeitalter wird Vertrauen die Währung sein“, erklärte Burkhardt. Dafür brauche es Mut, gewohnte Wege zu verlassen, auch wenn man Gefahr laufe bei manchen Innovationen zu scheitern.

Ein Unternehmen, dem eine starke Vernetzung innerhalb der verschiedenen Abteilungen bereits gelungen ist, ist Villeroy & Boch. In seinem Vortrag aus der Praxis erläuterte Thomas Ochs, CIO bei Villeroy & Boch, wie die Digitalisierung zu einer stark vernetzten Zusammenarbeit zwischen Marketing und IT führt: „Digitalisierung ist eine gemeinschaftliche Aufgabe und hat Auswirkungen auf alle Unternehmensbereiche. Eine tragfähige und klar formulierte digitale Unternehmensstrategie ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung der digitalen Transformation.“ Laut Ochs sei es zwingend notwendig, dass alle Mitarbeiter in den verschiedenen Abteilungen lernen, digital zu denken und einen strategischen Blick zu entwickeln. „Der Technologieschub ist ein großer Treiber bei der Umsetzung der Digitalisierung. Dennoch kommt es darauf an, die Balance zwischen agiler Nutzung der neuen technologischen Möglichkeiten und der strategischen Umsetzung zu finden“, rät er.

Erfahrungsaustausch als Chance

Quelle: setphoto- Thomas R.Schumann
Kai Halter, Vorstandsvorsitzender des BVIK 

Die Vernetzung von Communities ist für Kai Halter, Director Marketing bei EBM-Papst Mulfingen  und Vorstandsvorsitzender des BVIK, ein wesentlicher Faktor des Erfolges: „Heutzutage kann sich kein Unternehmen dem digitalen Wandel entziehen. B2B-Unternehmen bieten sich dadurch neue Chancen und der Stellenwert der Unternehmenskommunikation steigt. Mein Wunsch ist, dass möglichst viele meiner Kolleginnen und Kollegen die Initiative ergreifen und sich beim BVIK über ihre Projekte, Ideen und Visionen austauschen. Davon profitieren alle gleichermaßen, denn es schafft einen echten Mehrwert und nicht jeder muss das Rad neu erfinden.“

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