Wichtige Zukunftstrends für Unternehmenslenker

Steigende Energiekosten, der Wettbewerb mit Schwellenländern sowie strengere gesetzliche Anforderungen bei Reporting und Nachhaltigkeit zwingen Fertiger und Maschinenbauer zum Umdenken bei der Prozessoptimierung. Wer sein Unternehmen erfolgreich durch die Krise manövriert und auch in der letzten konjunkturellen Hochphase funktioniert hat, der schafft es mit der richtigen Ausrichtung auch weiterhin, dieser Ansicht ist der Autor dieses Beitrags Uwe Schulze, Geschäftsführer von STAS.

Eine aktuelle Zukunftsstudie des VDI bestätigt den Trend zur Neuausrichtung beim verarbeitenden Gewerbe. Deutlich steigende Produktions- und Energiekosten forcieren eine Überarbeitung der Unternehmensstrategien. Ein möglicher Weg ist es, die Distributionslogistik umzustrukturieren sowie Produktionsstätten zu dezentralisieren – dies verkürzt Lieferwege. Zudem stellen sich Maschinenbauer und Fertiger immer erfolgreicher auf den empfindlich volatilen Markt ein. Sie verringern ihre Fertigungstiefen und machen den Unternehmensbereich Produktion anpassungsfähiger. Mit den richtigen Methoden werden beispielsweise Lagerbestände möglichst gering gehalten und der Einsatz von Rohstoffen wird effizienter gesteuert. Immer wichtiger für die Handlungsfähigkeit wird ein eng gestricktes Liefernetz, welches beispielsweise durch die Integration von logistischen Dienstleistungen in das eigene Unternehmen flexibel gehalten werden kann.
Outsourcing ist out – Insourcing ist in. Bei der Integration von Logistikdienstleistungen wird es besonders sichtbar: Outsourcen und die Konzentration auf das Kerngeschäft ist nicht mehr die Lösung aller Probleme. Experten beobachten eine Art Gegenbewegung. Laut Auswertungen des VDMA besinnt sich die Branche Maschinenbau gerade darauf, ausgelagerte produktionsnahe Bereiche wieder oder erstmals in die Unternehmensstruktur hineinzuholen. Insourcing ist keine Modeerscheinung, sondern inzwischen ein probates Mittel, um Wertschöpfungsprozesse zu optimieren. Diese Strategie wird in erster Linie bedingt durch den Drang nach Agilität. Das bestätigt auch eine Umfrage des IfM Bonn: Die Steigerung der Flexibilität und die daraus resultierende beschleunigte Handlungsfähigkeit ist aus Sicht der Industrie der Hauptgrund für das sogenannte Backsourcing von Unternehmensprozessen.
Viele neue gesetzliche Auflagen zwingen Firmen zu einer regelrechten Datensammelwut. Dank moderner Business-Intelligence-Lösungen machen sich diese den Datenpool ganz einfach zunutze. Zahlen und Informationen aus Excel-Tabellen, CRM, Projektmanagement und ERP sowie sonstigen IT-gestützten „Hilfsmitteln“ werden zusammengeführt und in der gewünschten Detail-Tiefe kanalisiert. So kann bei der routinemäßigen Wirtschaftsprüfung der echte stichtagbezogene Projektwert, nach Kriterien wie Fortschritt oder Anarbeitungsgrad, mit in die Bilanz einfließen. Das sorgt für mehr Transparenz und lässt gleichzeitig eine ausführliche Dokumentation der Ausstände zu. Eine rechtliche Vorgabe also, die bei richtiger Anwendung auch dem Unternehmen nützt, nämlich durch echte Abbildung und Wertigkeit von Prozessen und Projektständen.

Unser Bild ist ein Ausschnitt des Gemäldes „The Crystal Ball“ des britischen Malers John William Waterhouse (1849 bis 1917).

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