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Daimler entscheidet sich für Siemens PLM Software

Bharat Balasubramanian, Daimler

Das „P“ von PLM kann auch für „Politik“ stehen. Seit Mitte dieser Woche ist offiziell bekannt, dass sich der Daimler-Konzern als MCAD-Backbone für die NX-Software von Siemens PLM Software (Plano, Texas/USA), Teil der Siemens-Sparte Industry Software, entschieden hat. Daimler hat derzeit als MCAD-Applikation Catia V5 von Dassault Systèmes (Vélizy-Villacoublay/Frankreich) mit einer Vielzahl von speziellen Anpassungen im Einsatz. Dieser Verkaufserfolg ist dem Vertriebsteam „Automotive“ bei Siemens PLM geschuldet, das unablässig über Jahre hinweg daran gearbeitet hat und auch die Rückendeckung vom Management-Team dafür hatte. Dass nun einer der Hochburgen von Dassault Systèmes an den Marktbegleiter gefallen ist, wird sicherlich Konsequenzen haben. Der Fahrzeughersteller ist in Sachen unternehmensweites Datenmanagement im Engineering-Bereich ein Vorreiter. Mitte der 1990er Jahre hatte man begonnen, mit der PDM-Adaption von Metaphase (die Wurzeln von Siemens Teamcenter) von SDRC, Smaragd genannt, einzuführen.
Ab Sommer 2012 will Daimler die Arbeiten von weltweit über 20 Entwicklungszentren sowie der ??????? wichtigsten Zulieferfirmen in einem gemeinsamen Datenpool für die Produktentwicklung integrieren, der zugleich allen Entwicklern zur Verfügung steht. Mit der Entscheidung für diese MCAD-Software erweitert der Fahrzeughersteller die bereits vorhandene Datenbank-Infrastruktur Smaragd auf Basis von Teamcenter für das Management von Produktdaten. „Mit der Kombination der CAD-Software NX und unserem Produktdatenmanagementsystem Smaragd auf Basis der PLM-Software Teamcenter werden wir unsere kompletten Produktentwicklungsprozesse vom Design bis in den Betriebsmittelbau und die NC-Fertigung abbilden“, sagte hierzu Professor Bharat Balasubramanian, bei Daimler verantwortlich für Forschung und Vorentwicklung, Produktinnovationen und Prozesstechnologie. Ein Exklusivinterview zur Entwicklungsstrategie von Daimler mit Balasubramanian lesen Sie in der Ausgabe 1/2011 von ECONOMIC ENGINEERING, die ab 2. Dezember 2010 an ausgewählten Kiosken erworben kann.
So sensationell die Meldung auch klingen mag, man sollte sich einige Fakten dabei vor Augen führen. Engineering-IT-Projekte dieser Dimension brauchen Zeit, viel Zeit. So ist das Teamcenter-Projekt beim VW-Konzern immer noch nicht final produktiv. Die V5-Einführung bei Hella zum Beispiel hat insgesamt rund zehn Jahre gedauert. Auch ist die Frage, ob der Siemens-Konzern in der Lage ist, den Support für den Betrieb und den Ausbau der Entwicklungsinfrastruktur über Jahre hinweg zu leisten vermag. Das Eco-System von Dassault Systèmes hatte dies zumindest in der Vergangenheit immer wieder bewiesen. Tatsache ist, dass NX ein sehr leistungsfähiges System ist, seinen Schwerpunkt allerdings auf dem Bereich Mechanik-CAD hat. Und die künftigen Fahrzeuge, zumal die für die Elektromobilität, werden einen stark mechatronisch geprägten Charakter haben. Ein interessanter Kommentar hierzu ist von Ulrich Sendler hierzu zu lesen. Eines zumindest gilt in jedem Fall: Konkurrenz belebt das Geschäft, insbesondere dann, wenn sie erfolgreich ist.

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