Egle_Vogler-bidtbidt-Geschäftsführer Christoph Egle und Herbert Vogler

Digitalen Wandel gestalten

Das bidt nimmt seine Arbeit auf: Mit einer zweitägigen Eröffnungsveranstaltung stellte sich das Institut der Öffentlichkeit vor. Alexander Pretschner, Sprecher des Direktoriums und Informatik-Professor an der Technischen Universität München (TUM) hob die Ziele des bidt hervor: Durch unabhängige Forschung wird das bidt die Veränderungen der digitalen Transformation umfassend und interdisziplinär analysieren und mitgestalten. Davon ausgehend versteht sich das Institut auch als Berater, um Politik und Gesellschaft bei der erfolgreichen Gestaltung der digitalen Transformation zu unterstützen. „Mit dem bidt haben wir im Freistaat eine neue eigenständige, innovativ und kooperativ agierende Forschungseinrichtung, die im Digitalisierungsprozess eine wichtige Rolle spielen wird“, betonte Wissenschaftsminister Bernd Sibler bei der Eröffnung.

Professor Thomas O. Höllmann, Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, ergänzt: „Das bidt trägt dazu bei, ein fundiertes Verständnis der Veränderungen in Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft zu schaffen. Als Forschungsinstitut soll es offen und auch kritisch die aktuellen Entwicklungen begleiten und den Diskurs gestalten.“

Interdisziplinäre Forschung, Think Tank und Dialogplattform

Das bidt ist als wissenschaftlich unabhängiges Institut an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften angesiedelt. An seiner Spitze steht ein 10-köpfiges Direktorium mit profilierten Fachvertretern verschiedener Disziplinen. Die operative Leitung liegt in den Händen der beiden Geschäftsführer Christoph Egle und Herbert Vogler.

Für die Arbeit des bidt stellt der Freistaat Bayern ab 2020 mehr als 20 Planstellen und jährlich rund 6,2 Millionen Euro zur Verfügung, mit denen das Institut interdisziplinäre Forschungsprojekte fördert. Das bidt umfasst drei Bereiche: Im Forschungsbereich werden interdisziplinäre Projekte aus ganz Bayern gefördert, die verschiedenen Perspektiven insbesondere aus Technik, Ökonomie, Recht, Sozialwissenschaften und Ethik verbinden.

Darüber hinaus ist der Austausch mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zentral. Diese Aufgaben übernehmen die weiteren Bereiche des bidt: Im Think Tank werden Berichte und Analysen über aktuelle Entwicklungen und zukünftige Trends erstellt. Der Bereich Dialog gestaltet als Schnittstelle den offenen Austausch von Wissenschaft mit Akteuren des gesellschaftlichen Wandels.

Aktives Gestalten bedarf einer rationalen Grundlage

Pretschner erläutert dazu: „Aktives Gestalten bedarf einer rationalen Grundlage und keiner Panikmache. Dazu brauchen wir das Miteinander und die kollektive Intelligenz von Technikern, Juristen, Ökonomen, Politikwissenschaftlern, Soziologen, Philosophen und vielen anderen. Mit dem bidt wollen wir einer von vielen befürchteten digitalen Spaltung entgegenwirken und die Gesellschaft ermächtigen, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen sowie bewusst zu entscheiden, wie wir in Bayern, in Deutschland und in Europa in Zukunft leben wollen – anstatt auf die neuesten technischen Entwicklungen aus dem Silicon Valley nur zu reagieren.“

Für einen europäischen Weg in der digitalen Transformation

Wie kann ein europäischer Weg in der digitalen Transformation aussehen? Das skizzierte Prof. Ursula Münch, Direktorin der Akademie für politische Bildung, in ihrer Keynote: Neben Globalisierung und Klimawandel treibe vor allem die digitale Transformation Veränderungen voran. Angesichts dieses fundamentalen Wandels erschienen Politik, Verwaltung und Justiz oft überfordert. Zwischen China und den USA gelte es, für Europa einen dritten Weg bei der Gestaltung der digitalen Transformation zu finden. Dazu zählten Grundsätze der Rechtsstaatlichkeit, föderale Strukturen und das Verfügungsrecht der Bürger über ihre Daten. „Datenschützer sind Verteidiger unserer Freiheitsrechte gegenüber Staat und Unternehmen“, so Münch. Als beratende Einrichtung werde das bidt Politik und Gesellschaft bei der Gestaltung der digitalen Transformation unterstützen, um die dialogpolitische Handlungsfähigkeit zu stärken.

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