Mitford

„Wer stehen bleibt, verschwindet“

STUTTGART, im Dezember (rs/bv). Das PTC Forum Europe 2018 bot Nutzern und Interessenten der Produktpalette des renommierten US-amerikanischen Softwaresystemanbieters PTC Inc. mit Sitz in Boston, USA, eine gute Gelegenheit, sich einen Überblick über aktuelle Best Practices in Bereich der Methoden- und Prozessexzellenz zu verschaffen, die in der Fertigungsindustrie Anwendung finden. Im ausverkauften Stuttgarter Kongresszentrum versammelten sich Ende November knapp 2 000 Teilnehmer, weitere mehr als 1 000 verfolgten die Vorträge live übers Internet.

Nach der Eröffnung durch Marketingleiter Eric Snow präsentierte Executive Kathleen Mitford die gesamte Produktpalette von der Modellierung bis hinzu zu IoT und Augmented Reality (AR). Mitfords Motto zur Einstimmung lautete: „Wer stehenbleibt, verschwindet“.

Bei den neuen Technologien gehe es nicht um ein „Ob“, sondern nur auch um das „Wie“. Die Kunden verlangen immer smartere, sprich: vernetztere Produkte, dementsprechend müssten solche in einem immer komplexeren Rahmen entwickelt werden. Hinzu kommt, dass der Entwicklungszyklus der Produkte mit der Auslieferung nicht mehr beendet ist, sondern dass deren Funktionsumfang durch Updates über die Nutzungsdauer hinweg erweitert werden müsse. Deshalb ist das eigentliche Geschäftsmodell, dem Kunden alle paar Jahre eine neue Produktgeneration zu verkaufen, obsolet – „Services und Dienstleistungen sind die Zukunft“, so die Meinung.

Eine wichtige Antwort von PTC auf diese Herausforderung ist die nachhaltige Unterstützung von Simulation. Diese war bisher im Prozess eher der Modellierung nach angeordnet und diente mehr oder weniger zur Verifizierung des bereits fertig konstruierten Produkts. Der Systemanbieter hat nun in einer Partnerschaft mit Ansys deren neues Softwareprodukt Produkt Discovery Live als „Creo Simulation Live“ ins seine CAD-Offerte Creo integriert. Das Interessante an Simulation Live: Die Simulation läuft – dank Unterstützung der Nvidia-Grafikkarte – extrem schnell, quasi in Echtzeit während der Modellierung. Der Anwender sieht also jederzeit die Auswirkungen einer Geometrieänderung auf die Festigkeit seines Teils oder seiner Baugruppe. Das Tool ist so integriert, dass sämtliche Definitionen von Randbedingungen in der Creo-Datei landen und später von Creo Simulation weiter genutzt werden können. Auch andersherum funktioniert die Integration: Lädt der Anwender ein Modell, das bereits einmal mit Creo Simulation analysiert wurde, nutzt Simulation Live die enthaltenen Randbedingungen direkt.

CAD und künstliche Intelligenz

Ergänzt wird die konstruktionsbegleitende Simulation durch einen aktuellen Zukauf: Der Systemanbieter hat Frustum (Bolder, Colorado/USA), einen Anbieter von generativer Designsoftware, für rund 70 Millionen US-Dollar übernommen. Das Unternehmen wurde Ende 2013 gegründet und beschäftigt 15 Mitarbeiter. Seither hat Frustum etwa 5 000 Anwender weltweit gewinnen können.

Frustum hat eine cloudbasierte Engineering-Software entwickelt, mit deren Hilfe sich auf Basis von Lasten und Randbedingungen optimale Geometrien für bestimmte Anforderungen erzeugen lassen. Dabei errechnet die Software nicht nur einen einzigen Entwurf, sondern es entstehen Tausende Geometrien, die die vordefinierten Anforderungen erfüllen – wobei die einen eine Anforderung besser erfüllen und andere eher unter einem anderen Aspekt hervorstechen. Um aus diesen vielen, grundsätzlich die Anforderungen erfüllenden Varianten nun die über die Gesamtheit an optimalen Ergebnisse die beste Lösung zu finden, nutzt Frustum künstliche Intelligenz.

Interessant dabei ist, dass die Software ein breites Spektrum von Anforderungen zur Optimierung nutzen kann. Neben den „üblichen Verdächtigen“ wie Gewicht oder Materialverbrauch lassen sich Optimierungen auf bestimmte Fertigungstechnologien oder Kosten durchrechnen.

Auf die Integration der generativen Design-Funktionen müssen die Anwender allerdings noch bis Creo 7 warten. Simulation Live indes wird dagegen bereits im zweiten Quartal 2019 die Anwender erreichen. Brian Thompson, Senior Vice President des CAD-Business bei PTC, gab zudem bekannt, dass alle Anwender von Creo 5 in den nächsten Tagen mit einem der nächsten Zwischen-Updates eine 20-Tage-Lizenz von Simulation Live erhalten.

Mehr zur Anwenderkonferenz in der kommenden (gedruckten) Ausgabe 1/2019 von d1g1tal AGENDA. Jetzt Abo sichern!

SHARE THIS

RELATED ARTICLES

LEAVE COMMENT

Der aktuelle Marktspiegel Business Software ERP/PPS, der nun bereits in der 10. Auflage gemeinsam vom FIR e.V. an der RWTH Aachen und der Trovarit AG pünktlich zu den Aachener ERP-Tagen (04.06-06.06.2019) herausgegeben wird nimmt mehr als 460 ERP-Lösungen von über 370 ERP-Anbietern unter die Lupe.

READ MORE

Digitalisierung fördert Ressourceneffizienz

4. Juni 2019 . by d1g1tal-Redaktion

Digitale und vollautomatisierte Abläufe steigern die Ressourceneffizienz von Unternehmen des produzierenden Gewerbes. Am Beispiel einer Blechwarenfabrik werden die Ressourceneffizienzpotenziale aufgezeigt, die sich mithilfe von Digitalisierung und Automation heben lassen.

READ MORE

Deutsche sehen wenig Chancen in der Digitalisierung, andere Nationen schon

31. Mai 2019 . by d1g1tal-Redaktion

TechnikRadar 2019 zeigt, wie unterschiedlich Europäerinnen und Europäer den digitalen Wandel bewerten.

READ MORE

TWEETS

you're currently offline

Malcare WordPress Security