Cideon setzt Zeichen bei Mechatronik

DRESDEN, Ende Mai (bv). Was zeichnet eine innovative und zukunftssichere Software-Technologie aus? Keine leicht zu beantwortende Frage in Zeiten, in denen es gilt, mechatronische Produktentstehung möglichst nachhaltig zu unterstützen. Auf der Hand liegt, dass Funktionalität und Performance, Benutzerfreundlichkeit stimmen müssen, aber auch ein Höchstmaß an Flexibilität und selbstverständlich genügend Spielraum für Erweiterungen sind gefordert. Ausreichend Gelegenheit, dieser und verwandter Fragen nachzugehen, bot das Cideon-Software-Anwendertreffen in Elbflorenz. Als Event an der Schnittstelle zwischen Produktentwicklung und Management jährte sich das Kundentreffen der Cideon Software GmbH Co. KG mit Sitz in Görlitz zum zehnten Male. Den insgesamt rund 170 Besuchern wurden wiederum umfangreiche Einblicke in ein prozessorientiertes Produktdaten-, Dokumenten- und Ausgabemanagement mit SAP sowie die neuesten Entwicklungen in SAP PLM und CAD-Integrationen geboten. Die Atmosphäre an den beiden Veranstaltungstagen war konzentriert, doch auch entspannt, möglicherweise auch deswegen, weil es in diesem Jahr keine Hochwasserwarnung gab.

Prozessexellenz entscheidend

Deutsche Maschinenbauer sind Spitze – Made in Germany wird überall in der Welt nachgefragt, insbesondere dann, wenn es sich um Maschinen und Anlagen handelt. Seit mehr als zehn Jahren liegt der Marktanteil deutscher Unternehmen am weltweiten Handel mit Maschinen zwischen 18 und 16 Prozent, gefolgt mit großem Abstand von den USA mit rund 11 Prozent. Aufsteiger China liegt derzeit noch abgeschlagen bei 10 Prozent – Tendenz freilich steigend. Die Ursache für diesen schönen Erfolg ist in der Akribie bei den angewendeten Technologien, aber auch bei den internen Prozessen zu finden. Und genau diese Prozessexzellenz zu erhalten oder gar noch zu steigern, steht traditionsgemäß im Mittelpunkt des Events.
Die einleitenden Grußworte kamen diesmal nicht nur vom Geschäftsführer Lenz Finster, sondern zudem von Maximilian Brandl, der als Vorsitzender der Geschäftsführung von Rittal Software Systems nach der Übernahme von Cideon durch die Friedhelm Loh Group und deren Integration die Geschicke von Eplan und Cideon gleichermaßen leitet. Dass hinter der Übernahme unternehmerisches Kalkül steckt, machte Brandl deutlich: Cideon steht für Mechanik- und Eplan für Elektrotechnik-Kompetenz. Brandl sagte, dass somit ein schlagkräftiges Team in Sachen „Mechatronik“ geformt werden konnte.
Denn Eplan ist bereits seit 30 Jahren im Markt aktiv, in mehr als 50 Ländern vertreten und die Kernprodukte P8 für die Elektrokonstruktion und ProPanel für das Schaltschrank-Design gibt es in 17 verschiedenen Sprachen. Eplan Engineering Center und Eplan Engineering Center Professional sind als Konfigurationswerkzeuge positioniert, um ECAD, MCAD und Steuerungssoftware Erstellung gleichermaßen zu automatisieren. 40.000 Kunden und über 100.000 Lizenzen betreuen die insgesamt 700 Mitarbeiter.
Nur geringfügig kleiner ist der Cideon-Unternehmensverbund beschäftigt über 460 Mitarbeiter, rund 120 davon hochspezialisiert in der Software-Entwicklung.

SAP-Eplan-Integration

Übrigens haben beide Systemanbieter bereits bewiesen, dass sie gut miteinander können. Inzwischen wird eine Eplan-Schnittstelle für SAP PLM / SAP ERP angeboten. SAP PLM ist auch das, was beide Unternehmen künftig noch enger miteinander verbinden soll. Lenz Finster betonte, dass die ECAD-Integration, wobei das ,E‘ hier im ersten Schritt als „Eplan“ verstanden werden sollte, in der gleich hohen Qualität wie die MCAD-Integrationen geboten würden. Es würden Standard-Technologien von SAP und den Autoren-Systemen genutzt, um sicherzustellen, dass die maximale Stabilität und Wartbarkeit garantiert sei, so der Geschäftsführer. Wichtig sei insbesondere die Integration in SAP DVS und SAP Materials Management (MM).
Nach der Kaffeepause präsentierten Felix Finster und Helmut Jahn von Cideon sowie Bernd Schewior von Eplan gemeinsam, dass man sich bereits auf dem Weg zu einem Full-Service-Provider in Sachen Mechatronics gemacht habe. So ist es jetzt möglich, ein Eplan-Projekt innerhalb eines SAP-Projekts zu verwalten, weil die Eplan- und SAP-Datenbank miteinander verknüpft wurden. Die Integration macht sich in den Eplan-Anwendungen durch ein separates Menü bemerkbar. Zu den Materialdaten können Attribute zur Identifikation übernommen werden, die in Eplan erzeugt wurden. Zu jedem Artikel ist schließlich eine SAP-Nummer vorhanden, so dass die Stückliste in SAP angelegt werden kann. Ein Synchronisationsmechanismus wacht im Hintergrund, dass es zu keinen Logik-Konflikten kommt. Auf den Punkt gebracht lässt sich feststellen, dass die Dokumentation eines Eplan-Projekts innerhalb von SAP nun in der gleichen Weise wie für ein MCAD-Projekt stattfindet – Gratulation an das Cideon / Eplan-Team!
Natürlich sind für diesen reibungsfreien Datenaustausch gewisse Systemvoraussetzungen zu erfüllen: Eplan Electric P8 sollte im Release 2.2 oder höher im Einsatz sein. Darüber hinaus muss eine Konsolidierung dieser Plattform vorhanden sein, sprich die gleiche Versionsanzahl und die gleiche Artikeldatenbank. Auf seinem von SAP sollte der Anwender ECC 6 installiert haben. Über die Materialverwaltung hinaus können die Eplan-Projekte auch in SAP DVS verwaltet werden. In diesem Fall empfiehlt Helmut Jahn für die Dokumentablage einen Content Server.
Der abschließende Ausblick der gemeinsamen Präsentation richtete sein Augenmerk auf die künftigen Arbeiten, um das Integrationsniveau weiter anzuheben. Ziel wird es sein, so Bernd Schewior, die Stücklisteninformationen von MCAD und ECAD abzugleichen, also Komponenten zu finden, die in beiden Autorensystemen gleichermaßen eine Rolle spielen, etwa Antriebe oder Ventile, und diese in strukturierter Weise mit eindeutiger Benennung abzulegen. Die Standardisierung in der Bezeichnung ist im Bereich ECAD sehr weit vorangeschritten, was man auf der MCAD-Seite noch nicht sagen kann. Man trage sich mit der Absicht, auch die Integration der MCAD-Anwendungen in Eplan Control Center anzustreben. Für Cideon, das für die entsprechenden Entwicklungsarbeiten verantwortlich zeichnet, gibt es folglich reichlich zu tun und die Anwender profitieren davon.

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