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Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Praxis

Künstliche Intelligenz (KI) wird als die zentrale Technologie gehandelt, die Autos autonom fahren lassen kann, die Lieferketten besser planbar, Produktionsprozesse effizienter und damit auch Nachhaltigkeitsziele erreichbar machen soll. Ob KI jedoch wirklich die passende Lösung ist oder aber eine technische Alternative besser geeignet wäre, muss jeweils mit Blick auf die konkrete Problemstellung entschieden werden. Eine neue Publikation von Fraunhofer FOKUS zum Einsatz der KI zeigt mögliche Anwendungsbereiche auf.

»Angesichts der großen Aufmerksamkeit für KI, könnte man leicht zu dem Schluss kommen: Wer heute nicht in KI investiert, für den scheint der Zug abgefahren zu sein – in wirtschaftlicher und gesellschaftlicher aber auch politischer Hinsicht«, sagt Prof. Dr. Manfred Hauswirth, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme FOKUS. Die Publikation »Künstliche Intelligenz in der Praxis« richtet sich an Vertreter aus den Bereichen Industrie, Politik und Verwaltung.

»Die Beratung zu der Frage, ob und wann man KI einsetzt, erfordert nicht nur Expertise im Bereich KI, sondern auch tiefes Domänenwissen. Über genau diese Kombination verfügen wir bei Fraunhofer FOKUS«, sagt Dr. Tom Ritter, stellvertretender Institutsleiter. Bei Projektpartnern bestünden oft bereits konkrete Erwartungen bzw. ein grundlegendes Verständnis der Rolle, die KI potenziell in ihren Anwendungen und Geschäftsmodellen spielen kann, erläutern die Autorinnen und Autoren im Papier. Nichtsdestotrotz seien Berührungsängste gegenüber dem Thema KI zu erkennen, die meistens in Zurückhaltung gegenüber einem Einsatz münden. Daher seien Studien, Experimente und Prototypen erforderlich, die einerseits den Nutzen des KI-Einsatzes aufzeigen und andererseits die technische Bedeutung und den gesellschaftlichen Einfluss von KI in den jeweiligen Gebieten verdeutlichen.

Die mögliche Verwendung von KI wird anhand von zehn Themenfeldern erläutert, die exemplarisch für die Anwendungsbereiche bei Fraunhofer FOKUS stehen: zu diesen gehören Smart Mobility, Digital Public Services, Public Safety, Electronic Health, Future Applications and Media, Software Defined Networks, Industrial IoT, Quality Engineering, Visual Computing und Data Analytics. Mittels Beispielen aus der Praxis des Instituts wird aufgezeigt, dass KI ein geeigneter Ansatz sein kann, der bisherige Lösungen ergänzt. Die Autorinnen und Autoren erläutern die spezifischen Herausforderungen beim Einsatz von KI für die einzelnen Domänen und zeigen mögliche Perspektiven auf.

»Die wichtigste Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz von KI-Methoden ist ein tiefes Verständnis des Themenfeldes, in dem diese zum Einsatz kommen sollen. Ohne dieses läuft man Gefahr, bereits gut gelöste Probleme mit KI ein weiteres Mal und gegebenenfalls schlechter bzw. mit höherem Ressourcenaufwand zu lösen«, führt Prof. Dr. Manfred Hauswirth aus.

Das Papier ist ein erster Anlaufpunkt für Projektpartner, um bedarfsgerechte Lösungen für viele mögliche Bereiche zu finden, sei es etwa in der Medien- und Unterhaltungsbranche, im Gesundheitswesen, in der öffentlichen Verwaltung oder in der Industrie. Mit den Ergebnissen der Forschungen von Fraunhofer FOKUS im Bereich KI werden beispielsweise genaue Bild- und Objekterkennung beim automatisierten Fahren, optimierte Abläufe in der öffentlichen Verwaltung oder die verbesserte Vorhersage von Ereignissen im Bereich der öffentlichen Sicherheit ermöglicht.

Einen ausführlichen Überblick über die unterschiedlichen Anwendungsdomänen bietet die Publikation »Künstliche Intelligenz in der Praxis«, welche ab sofort als gedruckte Fassung bei Fraunhofer FOKUS bestellt werden kann und auch online abrufbar ist.

Bild: © Matthias Heyde/ Fraunhofer FOKUS

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