wired.de wird eingestellt – ein Nachruf und Ausblick

Mit einer sehr kurzen und sicher für viele Fans von wired.de unbefriedigenden Pressemeldung beendete der CondeNast-Verlag sein Engagement für eines der wenigen Digitalisierungsmagazin hierzulande. Nachdem bereits Mitte 2018 das gedruckte Magazin eingestellt wurde, traf es nun auch die dazugehörige Website wired.de und damit das verbliebene Redaktionsteam. In seiner Mitteilung begründete der Verlag die Einstellung mit seinem Fokus auf Lifestyle- und Luxusmarken.

wired trifft es damit nun schon zum zweiten Mal. In der New Economy um die Jahrtausendwende wurde das Kult-Magazin erstmalig auf deutsch veröffentlicht, aber nach nicht einmal 4 Ausgaben wieder beerdigt, weil es leider ein wenig zu spät kam, um sich im damaligen Markt wirklich zu etablieren. Der zweite Versuch dauerte jetzt deutlich länger, um aber wieder ebenso erfolglos zu enden. Für uns war wired und die dazugehörige wired.de Plattform immer ein Ansporn und eine Inspiration, denn die Themen die dort gesetzt wurden, waren oftmals innovativ, mutig und vom Wunsch nach Disruption geprägt. Dabei aber immer sehr starl lifestyle-orientiert. Und vielleicht war das am Ende auch der Grund für die Entscheidung das Magazin und die Website einzustellen: Es traf den Nerv einer bestimmten Zielgruppe, die aber in Deutschland kleiner zu sein scheint, als es nach außen hin den Anschein macht. Es ist auch genau die Zielgruppe, welche auch die CEBIT bei Ihrem Neuanfang in diesem Jahr vor Augen hatte und die, global betrachtet, sehr groß ist, aber eben in Deutschland vergleichsweise klein. Es ist eine digitale Avantgarde, die sich aus Gründern, Mutigen und Innovatoren speist, deren Attraktivität nach außen hin sehr groß ist aber im realen Leben dann doch zu klein um ein Festival und ein Magazin dauerhaft erfolgreich zu machen.

Und ein wenig spiegeln beide Ereignisse dann doch den wirklichen Stand der Digitalisierung in Deutschland wieder. Es wird viel geredet aberzu wenig gemacht. Und das über alle Schichten hinweg – von der Unternehmensführung bis zu den Hochschulen und Schulen. Und weitergedacht bedeutet dieser Phlegmatismus und diese fehlende Risikobereitschaft dann sicher nichts Gutes für die Zukunft Deutschlands. Das hat sich anscheinend auch die Redaktion von wirded gedacht und bietet als letztes großes Thema einen Ausblick auf auf Zukunft in 10 Jahren, von denen jeder Artikel lesenswert ist: https://www.wired.de/tag/wired2029

Wir von d1g1tal.de und d1g1tal AGENDA beobachten diese Entwicklung mit Argusaugen, denn auch wir sorgen uns um unsere digitale Zukunft. Und nachdem nun unser Ansporn wegfällt, werden wir versuchen diese Lücke zu schließen, wenn auch deutlich umsetzungsorientierter und weniger visionär. Wir würden uns freuen, wenn Sie als Leser von wired und wired.de zukünftig mal mehr als nur einen Blick in unser Magazin werfen und hoffen, dass wir Ihren Wissenbedarf für alle Themen rund um Digitalisierung, Unternehmertum und Gründergeist stillen können.

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